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Politik live erleben in Solothurn

17. November 2016 | Nordwestschweiz, Jugendliche, Förderung, Politik, Jugend debattiert, Pressespiegel, Tschau | | Mirjam Meier

Jugendpolittag Kanton Solothurn Am vergangenen Mittwoch, 9. November fand der alljährliche Polittag im Rathaus in Solothurn statt. Dabei waren auch Schüler des BBZ Olten.

Im „Steinigen Saal“ im Solothurner Rathaus bot sich vergangenen Mittwoch, 9. November ein ungewohntes Bild. Rund 100 Jugendliche und einige wenige Erwachsene unterhielten sich angeregt. Bereits am Morgen hatten sich die Schüler aus dem ganzen Kanton Solothurn im Alten Spital für die Gruppenarbeit eingefunden. Anhand einer vorher eingereichten Themenliste stellte der Organisator des Jugend-polittages, die Kinder- und Jugendförderung Kanton Solothurn, verschiedene Themengruppen zusammen.

 

Die Schüler wollten mit den Politikern über „Flüchtlinge“, den „Verkehr“, die „Finanzen“, die „Bildung“ und die „Jungpolitik und eine allfällige politische Mitwirkung“ diskutieren. Daneben wurden zwei offene Gruppen geführt. Gemeinsam mit Jungpolitikern erarbeiteten die Schüler aufgeteilt in zehn Gruppen ihre Ideen und Denkansätze für die Diskussionsrunde mit den jeweils zwei Kantonsräten am Nachmittag.

 

Nach der Gruppenarbeit verschob sich der jugendliche Tross ins Rathaus Solothurn, wo im Steinigen Saal ein Sandwich-Plausch wartete.

 

Politik näher bringen und Puls fühlen 

 

Der Jugendpolittag wird seit neun Jahren von der Kinder- und Jugendförderung Kanton Solothurn in der Kantonshauptstadt durchgeführt. Ziel ist es einerseits den Jugendlichen die politischen Gegebenheiten und Vorgänge sowie ihre Mitwirkungsmöglichkeiten aufzuzeigen. Andererseits bietet der Tag für die Kantonsräte eine Möglichkeit, bei den Jugendlichen den Puls zu fühlen und ihre Bedürfnisse abzuholen.

 

In diesem Jahr haben sich 100 Jugendliche für den Tag angemeldet und sich 20 Kantonsräte zur Verfügung gestellt.

 

Ratsaal bis auf den letzten Platz besetzt 

 

Nach der Verpflegung begrüsste Kantonsratspräsident Albert Studer die gestärkten Jugendlichen im Ratssaal. Da die Ränge bis auf den letzten Platz besetzt waren, standen die Politiker für einmal in der hintersten Reihe. Nach der Ansprache des Kantonsratspräsidenten wurden die Jugendlichen in ihre Gruppen eingeteilt und gemeinsam mit den jeweiligen Kantonsräten suchten sie die verschiedenen Zimmer im Rathaus auf.

 

Cannabis-Legalisierung und Autofahren ab 17 Jahren 


In der Gruppe 1 des Themenbereichs „Jungpolitik/Mitwirkung“ trafen insbesondere Maler und Bekleidungsgestalterinnen auf den Kantonsrat Johannes Brons (SVP) und die Kantonsrätin Anita Panzer (FDP). Bei der kurzen gegenseitigen Vorstellungsrunde waren die Jugendlichen noch etwas verhalten, bald aber diskutierten sie angeregt, teilweise gar leidenschaftlich, und standen für ihre Ideen ein. Die Gruppe teilte ihre Ideen zur „Legalisierung von Cannabis“, „Autofahren ab 17 Jahren“ sowie „kürzere Arbeitszeiten für Lernende“ mit.

 

Sie interessierten sich aber auch für Wege und Möglichkeiten, in die Politik einzusteigen. Politische Artikel in Zeitungen oder Wahlbroschüren seien oftmals unverständlich und zudem langweilig, wandten sie ein. SVP-Politiker Johannes Brons riet den Einstieg via Jungpolitik und Jungbürgerfeier zu versuchen und sich in den Bereichen zu engagieren, die sie interessieren. „Meldet euch bei einer Partei. Es ist egal, ob diese links oder rechts ausgerichtet ist“, so Brons weiter. Und auch FDP-Kantonsrätin Anita Panzer empfahl bei Themen anzusetzen, die interessieren und den Einstieg über die Wohngemeinde zu versuchen. „Beschäftigt euch zuerst damit, was in eurer Gemeinde geschieht. Danach könnt ihr euch mit kantonalen Themen auseinandersetzen“, so Panzer.

 

Für die Informationsbeschaffung wurde von Jungpolitiker und Moderator Oli Ochsner die Plattform „easyvote“ sowie Gespräche mit Kollegen vorgeschlagen.

 

Ruf nach mehr Velostationen 


In der Gruppe „Verkehr“ diskutierten rund zehn Jugendliche sowie Moderator und Jungpolitiker Shpetim Xhemailimit mit SP-Kantonsrat Hardy Jäggi und der Grünen Kantonsrätin Barbara Wyss über die „Förderung des Velofahrens sowie die Schaffung von Velostationen im Kanton Solothurn“, „zusätzliche Schulbusse“ und den Ausbau zu einer „dreispurigen Autobahn“. Kantonsrätin Barbara Wyss befürwortete grundsätzlich den Wunsch nach Velostationen, räumte aber ein, dass sich die Nachfrage nicht mit den Kosten decken würde. Barbara Wyss erzählte von der BBZ Olten, die zwei Klassensätze Velos angeschafft habe, damit sich Schüler und Lehrpersonen einfach durch die Stadt Olten bewegen können. „Solche Velostationen sind sehr sinnvoll, aber das Bedürfnis muss vorhanden sein“, betonte Wyss.

 

Weiter stellten verschiedene Jugendliche Verkehrssituationen in ihrer Gemeinde infrage. Die Kantonsräte rieten, direkt mit ihrer Gemeinde Kontakt aufzunehmen und ihr Anliegen vorzubringen. Nach angeregt diskutierten eineinhalb Stunden trafen sich alle Jugendlichen und Kantonsräte wieder im Ratssaal, um im Plenum ihre Resultate mittels grossen Plakaten vorzustellen. Neben einigem Gelächter überraschte so manch ein Jugendlicher mit einer frischen und kecken Rede. Verabschiedet wurden die Politik-Interessierten von Landammann Roland Fürst, der den Mut lobte, der nötig war, um vor so vielen Personen zu sprechen.



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