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„Macht was ihr wollt, aber macht!“

 

Mit diesem Workshop-Titel eröffnete man den Dienstagvormittag und somit die siebenteilige Workshop-Reihe der Sommerakademie 2013.


Nach dem Referat zur Risikobeurteilung und Verhinderung von Straftaten von Professor Dr. med. Frank Urbaniok konnten sich die Sommerakademiker in die anschliessenden Workshops einschreiben.


Während die einen eine weiterführende und anregende Diskussion vom vorangehenden Referat führten, durfte man bei Dani Fels machen, was man wollte. So versprach es zumindest der Titel des Workshops.

 



Im kurzen Einführungsteil wurden Beispiele und Fotos gezeigt, in denen vor allem die Jugendlichen den öffentlichen Raum zurückeroberten. Dani Fels erzählte von Beispielen, in denen man sich und auch die Schweizer Kultur des sauber polierten Vorzeigestaates nochmals überdenken konnte. Im besten Falle reflektierte man sich selbst und schmunzelte über die eigene Schweizer Aufgeräumtheit – auch im öffentlichen Raum.

Wie man Punks erfolgreich in drei Schritten aus dem öffentlichen Raum verbannt
So kam das Paradebeispiel der Stadt St. Gallen gerade gelegen: Das Problem war schnell erzählt. Punks besetzten einen Brunnen direkt am St. Galler Bahnhofplatz. Die Massnahmen der Stadt St. Gallen galten als Paradebeispiel für das Interesse an Reglementierung. In drei Schritten versuchte man das „unerwünschte Pack“ zur vertreiben, in dem man zuerst einmal das Wasser des Brunnen ausschaltete. Jetzt konnten die Punks ihr Bier nicht mehr im Wasser kühlen.

Als dies nichts nützte, wurde als zweite Massnahme eine Hundeleinepflicht auf dem Platz eingeführt. Auch das beeindruckte die Punks wenig. Erst im dritten Schritt versuchte man, die Gruppe zu einer abgelegenen und neu geschaffenen Feuerstelle vom Bahnhofsplatz wegzulenken - leider ohne die Anwohner der Feuerstelle vorher zu informieren. Heute wird auf dem St. Galler Bahnhofsplatz ebenfalls Bier konsumiert, nur in geregelter Form eines Biergartens und nur für Leute, die sich ein Bier von 6 Franken leisten können.

 


Auf Reglementierungs-Tour in Engelberg
Nach den amüsanten Beispielen ging die 15-köpfige Gruppe in Engelberg selber auf Reglementierungs-Entdeckungstour. So wurde der Platz vor dem Kursaal mit Bänken, Wegen und Bäumen architektonisch schon einmal abgegrenzt. „Vielmals fehlt der Mut zur Lücke“, so Dani Fels. Der Gegen-Trend der Jugend zeigt, dass das Thema auch heute brandaktuell ist: Die Jugendlichen entdecken wieder vermehrt das spielerische Ausloten von Grenzen im öffentlichen Raum. So gilt doch immer noch: Um überhaupt eine Grenze zu überschreiten, muss man doch erst die Grenze spüren?!

 

Die 6. Sommerakademie zum Thema Grenzgänger findet noch bis am Donnerstag 11. Juli in Engelberg statt. Alle sieben Workshops finden jeweils auch nachmittags statt und sind dem Programm zu entnehmen. Der 52-Jährige Dani Fels ist Dozent an der FH St. Gallen und fotografiert öffentliche Räume.

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