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Grenzen sind da, um überschritten zu werden! Wie geht die Jugendarbeit damit um?

Ein Fazit zur Sommerakademie 2013 in Zusammenarbeit mit foraus.ch und tink.ch

Die sechste Sommerakademie von Infoklick.ch, der Kinder- und Jugendförderung Schweiz, ist zu Ende. Den Fokus legten die Veranstalter dieses Jahr auf die Jugendlichen als Grenzgänger. In vielfältigen Referaten, und intensiven Workshops wurde über Grenzen, Gefahren und Gegenmassnahmen diskutiert. Fazit: Die Öffentlichkeit verhält sich gegenüber der Jugend zunehmend risikoscheu und regulierungswütig. Dabei sind die Jugendlichen heutzutage nicht gefährlicher oder gefährdeter als früher. Aber sie kriegt viel mehr Aufmerksamkeit.

Die neuen Medien, das Internet, aber auch Gratiszeitungen haben den gesellschaftlichen Diskurs verändert. Gerade im Bereich der Jugendarbeit muss mit einer zunehmenden Sensibilität der medialen Öffentlichkeit für Grenzüberschreitungen der Jugend umgegangen werden. Während solche früher weitgehend im Privaten stattfanden, sehen heute 20 Minuten, Blick am Abend und Co. darin gute Schlagzeilen. Früher experimentierten Jugendliche vor allem unter sich, sei es mit Drogen, der eigenen Sexualität und mehr. Heute tun sie es vor laufenden Kameras.

 



Das schafft Konflikte und fordert die Jugendarbeiterinnen und -arbeiter heraus: Von ihnen wird oft lautstark und öffentlich gefordert, das Risiko, welches die Jugendlichen darstellen, zu minimieren. Grenzen setzen und Überschreitungen sanktionieren - damit wollen sie sich aber nicht zufrieden geben. Die Jugend braucht auch die Freiräume und Möglichkeiten zum Experimentieren. In einem abschliessenden Workshop, welcher durch die Tagungsbeobachter von foraus - Forum Aussenpolitik organisiert wurde, traten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer für einen differenzierten Umgang mit Grenzen und Grenzgängern ein.

 

Der Umgang mit Jugendlichen sei zwar auch von Vorsicht und Risikodenken geprägt, aber viel der „schlimmen“ Jugend wird als Medienwind wahrgenommen. Die neuen Kommunikationswege verbreiten Neuigkeiten über Exzesse schnell und schreierisch. Umgehend taucht jeweils die Forderung nach (politischen) Massnahmen auf. Dabei sei die Jugend nicht gefährdeter oder gefährdender als früher. Sie sei sogar angepasster, vernünftiger und konservativer als auch schon. Aber es gäbe heute mehr und strengere Regeln, deren Einhaltung schärfer überwacht würde. Und gleichzeitig sei es nach wie vor wichtig, dass Grenzen ausgelotet und vielleicht auch einmal übertreten werden. Es sei essentiell, die eigenen Grenzen zu kennen.

 

 

Als Jugendarbeiter findet man sich dadurch in einer Zwickmühle zwischen den politischen Vorgaben und den gesellschaftlichen Realitäten wieder. Die verordneten Massnahmen seien oftmals nicht zielführend, um eine verantwortungsbewusste und lebensbejahende Jugend zu ermöglichen. Leistungsdruck, Erfolgsdruck und viele Regeln lassen den Jugendlichen immer weniger Luft. „Man muss die Jugend manchmal auch vor denjenigen schützen, die sie schützen wollen.“

Das Stimmungsbild unter den Jugendarbeitern – erhoben als „Lebende Statistik“, in welcher sich die Teilnehmenden jeweils zu vorgebenen Thesen auf einer Skala von 1-10 positionieren mussten – ergab aber trotz Herausforderungen eine sehr motivierende Aussicht: „Wir sollten Potential-Entfalter sein,“ so ein Zitat, dem heftig zugestimmt wurde. Ein Fokus, der sicherlich stimmt: Sich an den Interessen, Fähigkeiten und Ansprüchen der Jugend ausrichten.

Die Jugendarbeiterinnen und -arbeiter finden sich also gewissermassen selbst einer einer Rolle als Grenzgänger zwischen der Unterstützung bei der gesellschaftlichen Integration und als Verteidigung der Freiheitsansprüche der Jugend. Das Ziel, was sie aber immer vor Augen haben: Motivation und Selbstbewusstsein zu wecken und eine neue Generation starker Persönlichkeiten zu begleiten.

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